Wir schaffen das, wenn…

Samstag, 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit: Es gab viele Rückblicke, einige Schlaglichter auf die Gegenwart und viele Ausblicke auf unsere mögliche Zukunft in sämtlichen Medien. Und ausgerechnet ein Artikel in der Sonderausgabe „25 Jahre Wiedervereinigung“ der Bild-Zeitung (!) zum 3. Oktober 2015 hat mich zu diesem Blog-Beitrag inspiriert!

Auch bei der „ungeplanten“ Wiedervereinigung gab es – neben der großen, herzlichen Freude – viele mahnende Worte und etliche Unkenrufe, vor allem von den unabsehbaren Kosten als Ruin für Westdeutschland war die Rede. Selbst heute, 25 Jahre danach, wird noch über die nicht abgeschlossene Integration zwischen Ost und West geklagt, werden Unterschiede (ob gefühlt oder real) in der kulturellen Prägung der Alt-Deutschen entdeckt und zur Schau gestellt. Stasivergangenheiten, neue Bundesländer und der „Soli“ begleiten uns Deutsche bis heute und wohl auch in Zukunft.

Jetzt stehen wir wieder unerwartet und ungeplant vor riesigen Herausforderungen: Soviele Menschen auf der Flucht. Soviele, die zu uns kommen wollen. Und ausgerechnet die alles-aussitzende Kanzlerin hat mir mit ihrem mittlerweile berühmten Satz „Wir schaffen das!“ aus der Seele gesprochen. (Ausgerechnet, weil: Hätte ich nie gedacht, denn ich hab‘ sie nie gewählt.) Aber angesichts der unwürdigen Zustände in Ungarn, die Ende August eine düstere Hintergrundmusik zu „Wir schaffen das!“ geliefert hatten, kam in mir ebenfalls das Gefühl auf: Das geht anders! WIR schaffen das – wenn wir das wollen! Wo bleibt unser Einsatz für die Werte der Demokratie und für unseren Glauben???

Es wird nicht leicht, die Logistik zu organisieren, die Kosten zu schultern, die Menschen zu integrieren, das Volk (also uns!) bei der Stange bzw. der Hilfsbereitschaft zu halten. Das wird ein langer Weg, dazu ist Wandel und Veränderung nötig – neudeutsch „Change“. Und dazu braucht es zuallererst eine Vision und Identifikation – „Wir schaffen das!“ ist für mich dabei eine Kernaussage, aber auch ein Motto, das uns an unsere Fähigkeiten erinnert:

B x F x M = Ergebnis
Jedes Ergebnis, jeder Erfolg (E) ist immer ein Produkt aus Bereitschaft (B), Fähigkeiten (F) und Möglichkeiten (M). Ist einer der Faktoren Null, kommt nichts dabei raus. Wo liegt hier jetzt der Engpass?

ISS Glathe www.iss-glathe.com )

Vision und Bereitschaft sind gut als „Anschubenergie“. Auf langer Strecke braucht es jedoch mehr:

Wir schaffen das, WENN …

– wir solidarisch bleiben. Dieser Appell ist durchaus auch an die „GroKo“ gerichtet, und an die Polemiker und die Rechts-Fischer in der CSU. Jetzt ist der Zeitpunkt für ge- und entschlossenes Auftreten, für Leitung und Führung aller Demokraten mit einer Stimme. Wahlkampf und Profilierung kann später wiederkommen, kommt sowieso früh genug.
– wir schnell lernen, unsere Fähigkeiten zu erneuern und zu erweitern. Dazu gehört (neben vielen anderen Fähigkeiten) das Organisieren, das Aufeinander-zugehen, das Integrieren und vor allem das Improvisieren! Auch mal „Fünfe grade sein lassen“, nicht gerade eine deutsche Tugend – aber wir können das, wenn wir es wollen! Da sind wir auch auf einem guten Weg; nur ein Beispiel: Es werden diskutiert, bisher unumstößliche Dämmvorschriften hintenan zu stellen, weil es um schnellere Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge geht. Geht doch!
– wir unsere Ressourcen klug einsetzen. Geld ist da in Deutschland – es sinnvoll einzusetzen und zu nutzen ist die Aufgabe. Beim Geld sollte die Freundschaft nicht aufhören, weder die zwischen Bund, Ländern und Kommunen noch die zu den Menschen in unserem Land – seien es die schon hier lebenden oder die, die noch kommen, in der Regel nicht freiwillig, sondern von der Not gezwungen. Teilen mit anderen Menschen kann Freude und Zuversicht bringen und für uns kann weniger in diesem Fall mehr für uns sein.

Aus meiner Sicht können wir das wirklich schaffen – wenn wir unsere Bereitschaft zu helfen nähren, wenn wir unsere Fähigkeiten zur Integration und Organisation ausbauen und wenn wir unsere Möglichkeiten klug einsetzen.

Natürlich auf der Basis unserer Werte als Demokratie – und das sollten wir auch allen Neuankömmlingen frühzeitig vermitteln, evtl. im Zusammenhang mit dem Erlernen der deutschen Sprache.

DANN schaffen wir das.

P.S. Und noch ein Tipp für Frau Merkel: Wenn wir z.B. in Syrien und anderswo vor Ort Anlaufpunkte einrichten für die Einreise nach Deutschland und klare Kriterien für die Einwanderung haben, dann können wir sagen: Keine geschleppten Flüchtlinge mehr nach Deutschland! Das wäre auf Dauer für alle Beteiligten sicherer, günstiger und vor allem gesünder in der Entwicklung.

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Der KKE hält uns fit!

Auch wenn es sich heute morgen noch nicht so anfühlt, nachdem ich gestern den „dicksten Brocken“ der Vorbereitung für unsere 25-Jahre-KKE-Feier am kommenden Wochenende endlich fertiggestellt habe, dämmert es bei mir:
Der KKE hält uns fit!

Wie ich darauf komme?
Da ist zum einen meine eigene Erfahrung mit vielen KKE-Themen. Mit manchem Thema verband ich vorher nur eine vage Vorstellung und manchmal auch nur wenig Zuneigung, aber – bei näherer Beschäftigung – stellte sich das Thema dann als äußerst interessant und anregend heraus. Zum Beispiel der KKE-Besuch bei der Führungsakademie der Bundeswehr. In dem Jahr war die Bedrohung durch Piraten am Horn von Afrika gerade extrem angestiegen, und wir haben klare Antworten erhalten auf die Frage, „warum die nicht einfach schießen“ und später noch lange über das Thema lebhaft weiterdiskutiert.
Meine größte persönliche Herausforderung der letzten Jahre mit KKE war das Erklettern einer Windenergieanlage im Sommer 2014 während unserer KKE-Klausur zum Rahmenthema „Erneuerbare Energien / Schwerpunkt Wind“. Ich wollte unbedingt da rauf – die Technik „zum Anfassen nah“ sehen und nachvollziehen, was die Techniker in schwindelnder Höhe leisten müssen, die täglich auf solchen Anlagen arbeiten. Aus 80m Höhe über die Landschaft schauen und die Rotorblätter vorbeirauschen sehen. Allerdings mußte ich dafür meine bestehende Höhenangst in den Griff kriegen – ich konnte vorher nicht mal auf eine Haushaltsleiter steigen, ohne Panik zu bekommen. Mit viel Üben vorher (an einem fast 10m hohen Schornstein) und mit dem beruhigenden Gefühl von Sicherungsgurten und in der KKE-Gemeinschaft da hochzuklettern, hat es schließlich geklappt. Was für ein (Erfolgs-)Erlebnis!!!

Und es gibt fundierte Untersuchungen und Studien darüber, wie wir uns mit Interesse und Neugier unsere gesunde Flexibilität und ein Stück „jung sein“ auch „im Alter“ bewahren können. Es sind neue Erfahrungen, die uns helfen, „im Herzen und im Kopf“ fit zu bleiben – auch wenn das eine oder andere Zipperlein uns daran erinnert, dass wir nicht mehr 20 sind. Beim Recherchieren bin ich auf diesen interessanten Artikel dazu gestossen, der auch praktische Tipps enthält: http://www.psychotipps.com/Interesse-Neugierde.html Absolut lesenswert und eine Einladung zu neuen Erfahrungen!

MEIN aktueller Tipp: Im KKE mitmachen, sich um Themen kümmern, von denen man noch nicht so viel weiß, mit Menschen darüber diskutieren, die eine andere Sicht auf die Dinge haben als man selbst – und so die Vielfalt der menschlichen Begegnung zur eigenen Fitness nutzen. Das fühlt sich für mich auch nach 25 Jahren KKE immer noch neu, aktuell und frisch an!