Alles im Griff?

Keiner weiß genau, was 2020 bringen wird.

Die Glaskugel mag uns zwar Schönes zeigen, aber ein Blick allein bringt noch keine weitreichende Klarheit.

Die Startphase ist die Basis.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, konkrete und realistische Jahresziele aufzustellen – weniger ist mehr! – und eine Planung zu machen, mit welchen Bereitschaften, Fähigkeiten und Möglichkeiten wir konkrete Schritte machen können, um diese Ziele zu erreichen; Schritt für Schritt.

Realistisch bleiben.

Wir sollten uns nicht zu viel vornehmen – lieber realistisch bleiben als enttäuscht aufgeben zu müssen, wenn die Luftschlösser verwehen und die aufgestellten Ansprüche uns quälen. Aber wenn wir ein Ziel erreicht haben, auch wenn es „klein“ sein mag, dürfen wir uns über diesen Erfolg freuen – und uns mit neuer Kraft ein neues vornehmen. Das spornt an und macht Lust auf’s „dranbleiben“!

Mit Herz und Verstand.

Und unsere Planung darf sich nicht nur auf berufliche Ziele beziehen – wir brauchen auch persönliche Ziele und Aktivitäten für uns selbst und gemeinsam mit unseren Lieben. Planen wir diese Freizeit jetzt aktiv für uns ein, damit es dann im Laufe des Jahres nicht zu eng wird für diejenigen, die uns am Herzen liegen.

80% des Erfolges beruhen auf guter und realistischer Planung und Vorbereitung. Nur 20% passieren durch Zufall im Laufe des Prozesses.

So haben wir vielleicht nicht „alles“ im Griff, aber doch eine gute Jahresstartbasis für uns und unsere Lieben geschaffen.

Auch Pausen sind Meilensteine!

Unser Eulen-Tipp für eine gesunde Entwicklung und für die Osterferien – ob zu Hause oder unterwegs: Nimm‘ Dir nicht zu viel vor, auch wenn der Garten ruft, ein Familienfest ansteht oder die Urlaubskoffer noch nicht gepackt sind. Eine Pause ist ein wichtiger Meilenstein und gibt die Möglichkeit, den zurückgelegten Weg zu würdigen und die nächsten Etappen gelassen zu betrachten. Durchatmen, erholen und den Moment genießen – besonders jetzt im Frühling!

Die KKE-Eule wünscht allen KKE’lern und -Gästen eine wunderschöne Frühlingszeit und ein fröhliches Osterfest!

War früher alles natürlich … einfacher?

Das passt: Während mir nach einem intensiven Gartenwochenende alle Gelenke und einige fast vergessene Rückenmuskeln noch schmerzhaft melden „wir sind auch noch da!“, habe ich auf Zeit online „Wissen“ einen gut geschriebenen und amüsanten Artikel von Susanne Schäfer gelesen über „Minimalismus: Das einfache Leben – macht uns diese Sehnsucht zu Helden oder Clowns?“ Zitat:

„Wir suchen das einfache Leben – und verheddern uns dabei in Widersprüchen. […] Wenn uns die Sehnsucht nach der Natur überkommt, dann ziehen wir los und bereiten uns gründlich vor. Im Globetrotter-Laden oder bei Jack Wolfskin. Drei Viertel der Deutschen besitzen Outdoorkleidung, der Markt boomt. Allerdings gehen nur etwa zehn Prozent mindestens einmal im Monat wandern. Tendenz sinkend. […] Wer sich entwurzelt fühlt, wühlt in der Erde, pflanzt ein Bäumchen – und fühlt sich selbst geerdet. …“

Darin erkenne ich mich zum Teil wieder: Wenn ich „outdoor“ gehe – also „raus“, zum Beispiel in den Garten – dann bin ich auch passend gekleidet. Alte, mehrfach geflickte Jeans, leicht zerfledderte Lieblingsjacke, matscherprobte Schuhe, Gartenhandschuhe. Von Jack Wolfskin ist allerdings nichts davon, es sieht eher nach second- oder third-hand aus.

Aber das sich-geerdet-Fühlen kann ich gut nachvollziehen. Nach 2 Stunden Unkräut-jäten sehe ich deutlich, was ich geschafft habe. (Leider auch das, was ich noch nicht geschafft habe.) Das ist anders als bei meiner „normalen“ Arbeit – die Entwicklung von Menschen ist eben nicht nach zwei Stunden Coaching schon so deutlich sichtbar wie das frisch-gehackte Erdbeerbeet. Entwurzelt fühle ich mich jedoch nicht. Für mich geht abschalten unter freiem Himmel fast von selbst: Vögel zwitschern (sicher vor Freude, weil die Erdbeeren reif und lecker sind), Bienen summen (ja, es gibt sie bei uns noch!), und nach getaner Arbeit noch ein bisschen in der Sonne sitzen ist wunderschön.

Trotzdem – eine mögliche Erklärung, die Susanne Schäfer in ihrem Artikel nahelegt (weil wir die komplexe Welt nicht mehr „begreifen“, machen wir sie „anfassbar“ im „einfachen Leben“), finde ich spannend. Warum gibt es so einen Boom „zurück zur Natur“, zurück zum einfachen Leben? Für mich ist beides wichtig, ich mag das ursprüngliche, einfache Draußen-sein, pflanze gern Gemüse und Obst an und freue mich über leckeren Salat aus eigenem Garten. Und gleichzeitig mag ich auch neue Technologien, Komplexität, globale Vernetzung. Die richtige Mischung macht’s. (Man könnte das natürlich auch work-life-balance nennen.)

Insofern fühle ich mich – im Sinne des genannten Artikels – weder als Held noch als Clown. Aber als „lustiger-Normal-Mensch*“, der Vielfalt schätzt und Abwechslung liebt. Und gelegentlich, ganz unspektakulär, einfach nur ein paar Stunden Ruhe und ein gutes Buch (aus Papier!) genießt.

*Geht die Gleichung auf? Held – Clown = lustiger Normal-Mensch (LNM) / Held = LNM + Clown / Clown = LNM – Held

Und wie geht es Dir? War früher alles natürlicher, einfacher, besser? Ich freue mich auf Kommentare!